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Johnny Guitar über Musik, Partys und das Leben auf der Straße!

In so einem ausgefüllten Sommermonat wie dem Juli bleibt kaum Zeit zum Schreiben von Einträgen. Jetzt nehme ich sie mir einfach. Ich bin gestern etwas früher als erwartet von einer sechstägigen Reise zurückgekehrt und habe noch bis morgennachmittag Sturmfrei.
Vor einer Woche steckten Till und ich gerade mitten in den letzten Vorbereitungen für die zweite Auflage des Garten Jam Festivals, welches dann am Nachmittag startete. (Gar nicht so einfach eine ereignisreiche Woche später ein Resümee zu verfassen!) Auf jeden Fall war das Festival auf ganzer Linie ein voller Erfolg! Sowohl die Vorbereitungen als auch der Ablauf liefen wie erwartet reibungslos ab Wir haben viel gejammt, Freunde nach langer Zeit wiedergetroffen, es gab genug zu essen und zu trinken und am Ende noch einen Auftritt der Kontrollers. Selbst die Nachbarn haben sich nicht beschwert, sondern feierten bei meinen Eltern vorn auf der Auffahrt mit und lauschten der Musik. Auch die Polizei schaute für ein paar Minuten vorbei. Allerdings brauchen sie sehr lange um uns zu suchen und als sie eintrafen, war die Live-Musik schon längst vorbei. Pech gehabt! Auf der GartenJam-Homepage gibt es sicher auch bald die Fotos zu diesem Ereignis zu sehen.

Am Sonntag nach dem Garten Jam wurde es dann spätestens nach dem Mittagessen hektisch. Wir brauchten ungefähr von morgens um 9 bis nachmittags um 14 Uhr, um alles aufzuräumen. Mein Zug nach Osnabrück ging um 15:30 Uhr und ich hatte natürlich nach keine Zeit gehabt, zu packen. Meine Eltern waren dazu noch beschäftigt, ihre Sachen für den Urlaub zu packen. Schließlich setzten sie mich noch rechtzeitig mit ihrem Wohnwagengespann am Bahnhof ab.
Nach meiner Ankunft in Osnabrück bei meinem Onkel lief es erstmal entspannt ab. Grillen, Bierchen trinken, quatschen und Gitarre spielen bei bestem Sonnenschein im Garten.

Am nächsten morgen sollte dann die Tour mit dem LKW starten. Die Spedition für die mein Onkel fährt, schickt tagtäglich Lastwagen nach Frankreich und zurück.
Aus vorübergehendem Mangel an Aufträgen war dann aber schon nach ein paar kleinen Touren durch den die nähere Umgebung von Osna Montagmittag erstmal Schluss. Dafür startete dann die nächste Frankreichtour Dienstagnacht um halb eins (nach geschieterten Versuchen, vorzuschlafen). Auf einem Rastplatz in Belgien konnten wir dann ca. 45 Minuten schlafen bevor es dann bis zum nächsten Abend mit der Fahrerei weiterging. Das Alltagsleben eines Fernfahrers richtet
sich immer nach den Lenk- und Ruhezeiten sowie seiner Schichtzeit, die er ebenfalls nicht überschreiten darf. Das habe ich spätestens in dieser vergangenen Woche gemerkt. Es wird geschlafen wenn reine Fahrzeit sowie die gesamte Arbeitszeit vorüber sind. Egal ob man nun gerade auf einem luxuriösen Autohof, einem kleinen Parkplatz oder an einer zugemüllten, heruntergekommenen Ecke irgendwo in einem französischen Kaff zum Stehen kommt.

Trotzdem oder gerade deshalb hat mir diese Woche richtig viel Spaß gemacht. Man weiß nie, wohin einen die Disponenten als nächstes schicken, was einen hinter der nächsten Kurve oder an der nächsten Verladerampe erwartet. Wir haben ca. 2000 Kilometer zurückgelegt (was vergleichsweise wenig ist in dieser auftragsarmen Zeit) und haben uns dabei sowohl bei Sonnenschein durch enge Straßen in gemütlichen französischen Städtchen als auch im Regen vollbeladen bergab durch den Harz geschlängelt. Und wir sind natürlich auch über schlechte belgische Autobahnen gepoltert. Die Ausblicke, die sich einem teilweise in den zu durchfahrenen Landschaften bieten, erinnern dabei eher an Urlaub als auch an Arbeit. Ich finde, für fünf Tage waren das schon eine ganze Menge erstaunlicher Kontraste. In einem Moment sitzt man bei einer Pause auf einem französischen Rasthof in der Sonne, trinkt seinen Kaffee und isst sein Croissant und in einem anderem Moment steht man mit den Füßen in tiefen Pfützen und verzurrt 23 Tonnen Dachziegel auf dem Auflieger im verregneten Harz.

Wenn ich jetzt in ein paar Tagen meine Ausbildung zum Speditionskaufmann anfange, wo ich ja fast auschließlich vom Büro aus arbeiten werde, dann weiß ich zumindest, wie schwer die Fahrer da draußen es haben, wenn ihre Lenkzeit abgelaufen ist und sie auf den Rasthöfen keine Parkplätze mehr für die Nacht finden oder wenn sie sich verspäten, weil sie an einer Ladestelle drei Stunden auf die Verladung warten mussten.

Ich hatte gehofft, es würde dieses Bild von der alten Fernfahrer-Romantik a là "Auf Achse" mit Abenteuer und Freiheit auch heute noch geben aber befürchtet, dass die Arbeit als heutzutage für die Fahrer nur noch Stress bedeutet. Jetzt fühle ich mich in meinen Befürchtungen bestätigt aber bin auch beruhigt, dass es durchaus auch sehr angenehme Tage in diesem Beruf geben kann.
24.7.10 11:41
 


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